Der Rhythmus, den dein Nervensystem längst kennt
- Barbara Pramböck
- vor 5 Tagen
- 7 Min. Lesezeit
Warum psychosoziale Beratung und Angebote für persönliche Entwicklung im Einklang mit den Zyklen der Natur so viel Sinn machen.

Psychosoziale Beratung ist wissenschaftsbasiert. Psychotherapieforschung, Beratungswissenschaften - die Konzepte und Theorien, die den Interventionen in der Beratung zugrunde liegen, können gemessen und beforscht werden. Das Feiern von Jahreskreisfesten und die Beachtung der Mondzyklen gehören jedoch bisher eher in den spirituellen Bereich bzw. werden oft als "esoterisch" abgetan.
Was dabei vergessen wird ist, dass wir Menschen ein Teil der Natur sind. Wir haben uns im Einklang mit den Rhythmen der Natur entwickelt und jahrtausendelang haben Sonne, Mond und Sterne sowie die Jahreszeiten unser Leben bestimmt. Unser Nervensystem funktioniert noch genauso, wie in der Steinzeit, obwohl sehr viele von uns wenig Kontakt zur direkten Natur haben und die Jahreszeiten scheinbar wenig Auswirkungen auf unser tägliches Leben haben, dank elektrischen Lichts und all den anderen Errungenschaften des modernen Zeitalters.
Deshalb ist unser Alltag oft so gestaltet, als wären wir von den natürlichen Zyklen abgekoppelt: gleichbleibende Anforderungen, gleichbleibende Geschwindigkeit, gleichbleibender Druck. Ein Termin folgt dem nächsten. Ein Gedanke jagt den nächsten. Und irgendwo dazwischen verlieren wir manchmal das Gefühl dafür, wo im Leben wir gerade stehen.
In meiner Arbeit in der psychosozialen Beratung und in meinen Workshops nutze ich deshalb häufig etwas, das auf den ersten Blick vielleicht nicht „klassisch“ wirkt – und sich in der Praxis als unglaublich wirksam erweist:
👉 Die Orientierung an den Zyklen der Natur.
👉 Die Zeitqualität im Jahreskreis.
👉 Und auch der Mond als stiller Taktgeber.
Nicht als „Esoterik“, nicht als Regelwerk – sondern als Einladung. Als ein Impuls von außen, der uns dabei unterstützt, innere Prozesse ernst zu nehmen, anstatt sie wegzudrücken.
Denn wir Menschen (nicht nur die Frauen) sind zyklische Wesen – auch wenn unser Kalender und auch die Medizin oft so tut, als wären wir Maschinen.
Warum Jahreskreisfeste mehr sind als „Rituale“ – und was sie in Prozessen der persönlichen Weiterentwicklung bewirken können
Jahreskreisfeste wie Jul / Yule (die Wintersonnenwende am 21. Dezember) oder Imbolc (traditionell der 2. Vollmond nach Yule, dieses Jahr am 1. Februar, bzw. das christliche Fest Maria Lichtmess am 2. Februar, das das offizielle Ende der Weihnachtszeit markiert) sind keine zufälligen Daten. Sie sind Übergänge. Schwellenzeiten. Momente, in denen sich etwas im Außen verändert – und dadurch auch im Inneren etwas „in Bewegung“ kommen kann.
Und genau das ist in psychosozialen Prozessen so wertvoll:
Übergänge werden sichtbar. (Wo endet etwas? Wo beginnt etwas?)
Innere Themen bekommen Kontext. (Warum ist gerade so wenig Energie da? Warum wirkt alles so fragil? Warum so emotional?)
Wir müssen nicht alles sofort „lösen“ – sondern dürfen es begleiten. (Reifung statt Druck.)
Wir durchlaufen Phasen im Leben. (Nach dem Winter kommt wieder ein Frühling. Dinge gehen vorbei.)
Es entsteht Sinn. Nicht im Sinne von „alles hat einen Grund“ – sondern im Sinne von:„Ich erkenne, wo ich gerade bin.“
Viele Menschen erleben genau das als zutiefst entlastend und stärkend. Weil es uns erlaubt, uns selbst wieder als Teil von etwas Größerem zu erleben – statt ständig gegen uns anzukämpfen.
Natur als Gegenmittel zur inneren Überforderung – Stichwort „Nature Deprivation / Nature-Deficit“
Wie heilsam der Aufenthalt in der Natur ist, wird in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untersucht und bestätigt. Das japanische Shirin-Yoku, was soviel wie "Baden in der Waldluft" bedeutet, ist auch bei uns mittlerweile als Achtsamkeitspraxis äußerst beliebt. Ein Mangel an Natur kann zu etwas führen, was der Autor Richard Louv als „Nature-Deficit Disorder®“ bezeichnet – also sinngemäß eine Naturmangel-Erfahrung, die sich auf unser Wohlbefinden auswirken kann.
Die Symptome sind nicht offiziell medizinisch klassifiziert, beschreiben aber eine Reihe negativer Auswirkungen, die entstehen, wenn Menschen (besonders Kinder) zu wenig Zeit in der Natur verbringen: verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, weniger Kreativität und Fantasie, schwächere soziale Fähigkeiten, geringere Resilienz, erhöhtes Risiko für Kurzsichtigkeit, Übergewicht und eine Entfremdung von der Umwelt. Es ist kein klinischer Diagnosebegriff wie ADHS, sondern beschreibt Verhaltensweisen, die durch zu viel Bildschirmzeit und zu wenig Naturkontakt entstehen.
Dabei ist für mich Naturkontakt nicht beschränkt auf den tatsächlichen Aufenthalt in der Natur, sondern bezieht sich eben auch darauf, sich bewusst zu sein, wie der Mond gerade steht und welche Phase im Jahreskreis wir gerade durchlaufen. Achtsam und bewusst.
Für mich ist das ein starkes Bild, weil es etwas benennt, das viele spüren:
Wir leben in einer Zeit, in der wir vieles „wissen“. Aber wir fühlen oft zu wenig. Wir sind vernetzt – und zugleich abgeschnitten. Von unserem Körper. Von unserer Intuition. Von der Natur. Und manchmal auch von dem, was uns im Innersten wirklich wichtig ist.
Die Rückverbindung mit den natürlichen Rhythmen ist deshalb für mich wie ein Gegenmittel:
🌿 Die Natur drängt nicht.
🌿 Die Natur bewertet nicht.
🌿 Die Natur erinnert uns daran, dass Entwicklung Zeit braucht.
Und das ist eine Botschaft, die viele Menschen sofort verstehen – noch bevor sie sie in Worte fassen können.
Der Mond als Impuls von außen – warum das „Timing“ oft hilft
Neben den Schwerpunkten im Jahreskreis ist auch der Mond ein faszinierender Begleiter in Veränderungsprozessen. Nicht, weil wir unser Leben „nach dem Mond planen müssen“ – sondern weil er eine Struktur anbietet, wenn wir uns innerlich gerade unstrukturiert fühlen.
Der Mond wirkt wie eine Art Erinnerungsfunktion:
Neumond: Neuausrichtung, Intention, Neubeginn
Zunehmender Mond: Aufbau, Stärkung, Wachstum
Vollmond: Sichtbarkeit, Intensität, Erkenntnis
Abnehmender Mond: Loslassen, Reduktion, Integration
Was daran so wertvoll ist: Er bringt noch stärker als der Jahreskreis, der doch eine lange Phase ist (besonders wenn es gerade schwierig oder schmerzhaft ist) ein Gefühl von „Es darf Phasen geben“. Jedes Mondmonat gibt es die Chance auf Neubeginn, auf Wachstum, auf Loslassen. Nicht alles muss gleichzeitig passieren. Nicht jede Entscheidung muss sofort klar sein. Nicht jeder Schmerz muss sofort weg.
Manchmal ist das heilsamste, was wir tun können: mitgehen, statt drücken.
Zwischen Jul und Imbolc – das Licht kehrt langsam zurück
Wenn wir uns im Jahreskreis bewegen, gibt es eine Zeit, die ich mittlerweile sehr schätze, liebe, auch wenn sie für viele Menschen die mühsamste Zeit des Jahres ist, weil der Glanz von Weihnachten vorbei ist und es im Außen jetzt so richtig kalt, grau und leer scheint:
✨ die Wochen zwischen Jul und Imbolc.
Jul – die Wintersonnenwende – bringt den Wendepunkt: Die Tage werden wieder länger. Das Licht kehrt ganz langsam zurück. Aber: Wir sind deshalb nicht „plötzlich voller Kraft“.
Und genau da liegt die Besonderheit dieser Zeit. Sie ist nicht laut. Sie ist nicht linear. Sie ist eher wie ein kleines Glimmen im Inneren. Etwas, das sagt: „Da kommt wieder etwas. Aber noch ist es zart.“
Imbolc - übersetzt kann das Wort aus dem altirischen "Rundum-Waschung" bedeuten, wird aber auch mit dem Milchgeben der Lämmer ("oimelc") und mit der Übersetzung "im Bauch" (die Schafe waren trächtig) assoziiert - markiert schließlich den Übergang in Richtung Frühling. Nicht als fertige Blüte, sondern als erster Impuls: Reinigung. Klärung. Wieder Erwachen.
So ist in früheren Zeiten der Bär aus seinem Winterschlaf erwacht und aus seiner Höhle gekommen. Im keltischen Jahreskreis ist die Göttin Brigid eine wichtige Figur, die mit Imbolc verbunden ist - Göttin des Feuers, der Schmiedekunst, Beschützerin des Herdfeuers, aber auch die Flamme der Erleuchtung, Inspiration und Poesie sowie die Heilkunst werden ihr zugeschrieben, wobei hier besonders Neugeborene und Säuglinge unter ihrem Schutz stehen und bei der Geburt über Mutter und Kind wachen. Zusätzlich ist sie auch noch die Göttin des Wassers und der Quellen, von denen viele nach ihr benannt sind. Die Stadt Bregenz ist nach ihr benannt. Die Göttin war so wichtig, dass sie in Irland in der Geschichte der heiligen Brigid von Kildare (451-523) aufging (Quelle: Kauderer 2021, Der rituelle Jahreskreis).
Imbolc ist verbunden mit Themen wie:
inneres Licht nähren
Hoffnung spüren, ohne sie erzwingen zu müssen
das Alte auslüften (im Denken, im Zuhause, im Herzen)
Vorbereitung statt Vollgas
erste Schritte, noch ohne Ergebnisdruck
Imbolc ist damit eine Art psychologische Schwelle: Es ist nicht mehr der tiefe Rückzug des Winters – aber auch noch nicht das Aufblühen. Es ist: das Dazwischen. Und dieses Dazwischen ist oft genau dort, wo unsere echte Veränderung beginnt.
Die Zeit zwischen Jul und Imbolc ist deshalb perfekt, um Wünsche zu empfangen und zu visualisieren, Altes loszulassen und Platz zu schaffen, Intentionen zu setzen, sich für das, was im neuen Jahr kommen darf, vorzubereiten.
Neumond – ein natürlicher Moment für Neuausrichtung
Zusätzlich zu dieser Zeitqualität des Jahreskreises, bringt die Orientierung am Mond noch mehr Wumms für eine Neuausrichtung.
🌑 Am 18. Januar 2026 ist Neumond.
Neumond steht sinnbildlich für einen „leeren Himmel“ – für einen Moment, in dem noch nichts sichtbar ist, aber alles möglich.
Und genau das ist oft die emotionale Realität, wenn wir uns neu ausrichten wollen:
Nicht alles ist schon klar. Aber etwas in uns weiß: Es darf anders werden.
Neumond-Energie ist nicht laut. Sie ist eher wie ein leiser innerer Satz:
✨ „Ich bin bereit, mich wieder auszurichten.“
✨ „Ich erlaube mir, zu wünschen.“
✨ „Ich beginne, ohne schon zu wissen, wie alles ausgeht.“
Visionen brauchen Raum – und manchmal auch Begleitung
Alle Menschen haben Wünsche. Alle Menschen haben Sehnsüchte. Alle Menschen haben Träume. Aber sie verschwinden im Alltag. Weil sie keinen Platz bekommen. Weil sie sofort von To-do-Listen überdeckt werden. Oder weil wir gelernt haben, uns selbst nicht ernst zu nehmen, sobald es um „uns“ geht.
Und hier wird für mich die Verbindung zu psychosozialen Prozessen ganz klar:
💛 Wenn wir Visionen ernst nehmen, stärken wir Lebendigkeit.
💛 Wenn wir Wünsche zulassen, bauen wir inneren Kontakt auf.
💛 Wenn wir uns ausrichten, entsteht Selbstwirksamkeit.
Und manchmal ist es leichter, genau das nicht alleine zu tun. Weil wir Begleitung brauchen, um unsere innere Stimme wieder zu hören. Und einen Rahmen, der hält – auch wenn es emotional wird.
Eine Einladung: Vision Board Workshop am 18.1.
Genau deshalb findet mein Vision Board Workshop am 18. Januar statt:
✨ mitten in dieser Schwellenzeit zwischen Jul und Imbolc
🌑 und passend zum Neumond – als Moment der Neuausrichtung
Nicht als „Höher, schneller, besser“-Jahresplanung.
Sondern als liebevolle Frage an dich selbst:
Was will durch mich ins Leben kommen?
Und was darf ich dafür loslassen, verändern, neu ordnen?
Es geht um Bilder – ja. Aber vor allem geht es um Verbindung: zu dir, zu deinem inneren Wissen und zu dem, was du wirklich nähren möchtest.
Am Ende entsteht nicht nur ein Vision Board. Sondern oft auch ein Gefühl von:
„Ah. Jetzt sehe ich wieder klarer.“
„Jetzt weiß ich, worauf ich achten will.“
„Jetzt habe ich wieder eine Richtung.“
Wenn du das Gefühl hast, dass dich dieser Moment ruft …
Dann ist das vielleicht genau dein Zeichen. Nicht laut. Nicht dramatisch. Sondern wie ein kleines inneres „Ja“.
Für den Workshop sind nur noch ein paar letzte Plätze frei. Und wenn du spürst, dass du dabei sein möchtest, freue ich mich sehr, dich in diesem besonderen Raum zu begleiten. 💛




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