Innere Weisheit sichtbar machen: Vision Board Workshop & Frauenkreis (Event-Rückblick)
- Barbara Pramböck
- 19. Jan.
- 6 Min. Lesezeit
Manchmal gibt es diese Nachmittage, an denen einfach alles stimmig ist. Ein Kreis, der sich wie „nach Hause kommen“ anfühlt. Eine Stimmung, in der sich Herzen öffnen dürfen. Und dieser besondere Moment, wenn aus inneren Bewegungen plötzlich Bilder werden. So habe ich den Frauenkreis & Workshop "Mein Vision Board 2026" am 18. Jänner erlebt 🩷.

Gestern hat bereits zum dritten Mal mein Vision Board Workshop & Frauenkreis stattgefunden und sieben Frauen waren mit dabei - fünf zum ersten Mal, zwei Teilnehmerinnen hatten bereits im letzten Jahr ein Vision Board bei mir gestaltet (die dritte „Wiederkehrerin“ musste leider kurzfristig absagen).
Was mich jedes Mal berührt: Auch wenn es ein wiederkehrendes Format ist, ist kein Kreis wie der andere. Denn neben anderen Übungen zur Vorbereitung sind es immer andere Themen, andere Geschichten, andere Lebensphasen. Gleichzeitig verbindet alle Frauen etwas Gemeinsames: der Wunsch, bewusster zu leben.
Ankommen im Kreis – Trommelklänge, Kakao und eine gemeinsame Intention
Wir begannen ganz bewusst: Mit den Klängen meiner Trommel – als Einladung, aus dem Außen ins Innen zu kommen und wirklich anzukommen. Nicht „nur körperlich“, sondern auch energetisch und emotional.
Im Anschluss daran führte ich die Gruppe in eine kurze Kakao-Zeremonie. Dabei geht es nicht um den Geschmack oder darum, „etwas Besonderes zu trinken“, sondern um ein gemeinsames Ritual des Innehaltens. Kakao ist für mich ein sanfter Begleiter, um weicher zu werden – verbunden, präsenter, ehrlicher mit uns selbst. Und vor allem: um die eigene innere Stimme wieder leichter wahrzunehmen.
Im Kreis haben wir dann unsere Intention gesetzt: Was darf heute in mir Raum bekommen?Nicht als Ziel – eher als Richtung.
Platz schaffen: Intuitives Schreiben als Tür zum Unterbewusstsein
Bevor wir uns dem „Neuen“ zuwenden, braucht es oft etwas sehr Bodenständiges: Platz.
Ich vergleiche es gerne mit dem Ausmisten: Wenn wir einen Raum neu gestalten wollen, macht es Sinn, vorher Dinge wegzugeben, zu ordnen oder zumindest bewusst hinzuschauen. Denn Altes bindet Aufmerksamkeit – manchmal sogar ohne, dass wir es merken.
Deshalb haben wir eine Übung gemacht, die viele meiner Teilnehmerinnen bereits kennen und lieben: Intuitives Schreiben.
Dabei schreiben wir für einige Minuten einfach drauflos – ohne abzusetzen, ohne nachzudenken, ohne schön zu formulieren. Selbst wenn nichts kommt, schreiben wir genau das. Das Ziel ist nicht, „fertige Erkenntnisse“ zu produzieren, sondern einen Zugang zu finden – zu dem, was im Unterbewusstsein schon längst da ist.
Und oft ist genau das der Moment, in dem der Körper aufatmet: „Ah, endlich darf es mal raus.“
Räuchern & Ho’oponopono: Wenn Heilung spürbar wird
Nach dem Schreiben sind wir in einen Teil übergegangen, der tief ging – und der den Kreis sichtbar verwandelt hat: Räuchern in Kombination mit Ho’oponopono.
Räuchern ist in vielen Traditionen ein Symbol für Reinigung und Übergang. Es unterstützt dabei, Schwere loszulassen und wieder in eine innere Klarheit zu finden. In meinem Kreis nutze ich es nicht als „Zauber“ (auch wenn es durchaus magisch ist 😉), sondern als Ritualsprache: ein körperlich erfahrbarer Schritt von „Ich halte fest“ zu „Ich lasse frei“.
Ho’oponopono ist eine traditionelle Praxis aus Hawaii. Das Wort wird oft als „wieder in Ordnung bringen“ oder „in Harmonie bringen“ übersetzt. In vielen heutigen Formen wird es als innere Klärungs- und Vergebungsarbeit genutzt – nicht unbedingt als Gespräch mit einer anderen Person, sondern als Weg, in uns selbst weicher und freier zu werden.
Wir haben mit den vier Sätzen gearbeitet:
Es tut mir leid.
Bitte verzeih mir.
Danke.
Ich liebe dich.
Und ja – in diesem Moment sind auch Tränen geflossen. Nicht aus Drama, nicht aus Überforderung, sondern aus etwas, das ich in meiner Arbeit immer wieder erlebe: Wenn ein innerer Knoten weich wird, kann Heilung geschehen.
Es war still, sehr verbunden – und es war spürbar, dass sich etwas lösen durfte. Manchmal sind es alte Geschichten, manchmal Beziehungsthemen, manchmal der innere Druck, „zu funktionieren“. Und manchmal ist es einfach nur der Moment, in dem wir uns selbst wieder näher kommen.
Reise zur inneren Weisheit: Wo sitzt meine Intuition?
Nach dem Loslassen war der Raum verändert. Weiter. Klarer. Ruhiger.
Und genau aus dieser Qualität heraus sind wir in eine Imagination gegangen: eine Reise zum Sitz der Intuition – oder, wie ich es gerne nenne: zur inneren Weisheit.
Wichtig war mir dabei: Der Ort wird nicht vorgegeben. Manche spüren ihre Intuition im Herzen, manche im Bauch, manche in den Händen oder im ganzen Körper – und manchmal zeigt sie sich nicht als Ort, sondern als Gefühl, Bild oder inneres Wissen.
Die Gruppe durfte sich langsam verbinden mit dieser Frage:
„Wo in mir meldet sich meine innere Weisheit heute?“
Und dann wurde es spannend. Denn die Reise, in der die Teilnehmerinnen im Kontakt mit der inneren Weisheit erkundet hat, welche Werte 2026 verstärkt in ihr Leben treten dürfen, damit sie ihr bestes Leben leben können, hat auf unterschiedliche Weise gewirkt:
Bestätigung: Wenn die innere Stimme „Ja“ sagt
Einige Frauen haben sich durch die Reise sehr bestätigt gefühlt. Die Werte, die sich gezeigt haben, waren klar – und es fühlte sich an wie ein inneres Nicken: „Ja. Genau das. Das ist mein Weg.“
Überraschung: Wenn plötzlich etwas anderes auftaucht
Eine Teilnehmerin erlebte einen ganz besonderen Moment: In der Reise zur Intuition haben sich bei ihr ganz andere Werte gezeigt als jene, die zuvor beim Erarbeiten am Vision Board im Vordergrund standen.
Und das war kein „Fehler“ – im Gegenteil: Es war eine Einladung, tiefer zu lauschen. Denn manchmal wählen wir Werte aus dem Kopf heraus, aus dem Alltag, aus dem, was „sinnvoll“ wäre. Und manchmal zeigt uns die innere Weisheit etwas, das wir noch nicht auf dem Radar hatten – etwas, das vielleicht erst wachsen möchte.
Irritation & Erkenntnis: Wenn Werte in Konflikt stehen
Eine andere Teilnehmerin war zunächst irritiert, weil sie in der Reise erkannt hat, dass ihre Werte in Konflikt miteinander stehen.
Solche Momente sind unglaublich wertvoll, weil sie etwas sichtbar machen, das viele Menschen kennen: Wir möchten Freiheit – und gleichzeitig Sicherheit. Wir wollen Verbundenheit – und zugleich Rückzug. Wir sehnen uns nach Leichtigkeit – und sind doch geprägt von Verantwortung und Pflichtgefühl.
Im Teilen im Kreis entstanden neue Perspektiven. Der Konflikt wurde nicht weggemacht, sondern verstanden. Und genau dadurch konnte sie im kreativen Teil des Workshops auf ihrem Vision Board eine Lösung finden, in der alles Platz haben durfte. Sie konnte die scheinbaren Gegensätze für sich vereinbaren zu einem Sowohl-Als auch – und das war wunderschön zu beobachten.
Der kreative Teil: Wenn aus Werten Bilder werden
Nach dieser tiefen inneren Arbeit ging es in den zweiten Teil: ins Tun.
Schneiden, kleben, Bilder suchen, Worte finden, Farben auswählen. Und wie so oft: Während die Hände gestalten, sortiert sich im Inneren noch mehr.
Es sind wunderschöne Vision Boards entstanden – sehr unterschiedlich, sehr persönlich, sehr wahr. Manche klar und reduziert. Manche verspielt und wild. Manche kraftvoll und mutig. Manche weich, nährend und still.
Und immer wieder liebe ich genau diesen Moment: Wenn Frauen auf ihr Board schauen und sagen: „Das bin ich. Das fühlt sich nach mir an.“
Dabei hat eine Frau sich selbst die Erlaubnis gegeben, ihr Board nicht fertig zu machen. Sie hat den Prozess genutzt, um sich über ihre Werte klar zu werden und alles Material zu sammeln. Das Board selbst darf dann ganz in Ruhe zu Hause entstehen.
Auch das ist die Magie eines Frauenkreises: alles kann, nichts muss!
Wenn Begegnungen kein Zufall sind
Was gestern noch besonders war: Es haben sich Frauen im Kreis zufällig wiedergetroffen, die sich lange nicht gesehen haben. Ich liebe diese kleinen „Fügungen“. Als würde das Leben manchmal sagen: „Ihr zwei – jetzt ist ein guter Zeitpunkt.“
Diese Begegnungen haben dem Kreis eine zusätzliche Wärme gegeben – ein Gefühl von Verbundenheit, das man nicht planen kann.
Mein Fazit: Vision Boards sind nicht nur Collagen – sie sind innere Ausrichtung
Dieser Workshop ist für mich jedes Mal so viel mehr als Basteln (auch wenn ich das Gestalten und Kreativsein liebe). Es geht um innere Orientierung. Um Werte. Um Wahrheit. Um Loslassen. Um das Wiederfinden der eigenen Stimme.
Und manchmal geht es auch darum, die eigenen inneren Gegensätze nicht mehr als Problem zu sehen – sondern als Einladung, sich selbst tiefer zu verstehen.
Ich bin sehr dankbar für diesen Kreis, für die Offenheit, für die Tränen, für das Lachen – und für all die leisen Momente, die bleiben.




























Kommentare