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Ist Ahnenarbeit esoterisch? Über Wissenschaft, Spiritualität und die Kraft unserer Wurzeln

Autorenbild: Barbara Pramböck
Barbara Pramböck
vor 11 Stunden
11 Min. Lesezeit

Ist Ahnenarbeit esoterisch? Meine Antwort darauf lautet: Es kommt darauf an. Darauf, was wir unter Ahnenarbeit verstehen, wie wir damit arbeiten und vor allem, welche Überzeugungen und Erklärungen dahinterstehen.


Der Begriff "Ahnenarbeit" wird oft mit schamanischen und spirituellen Praktiken in Verbindung gebracht, weshalb im therapeutisch-beraterischen Kontext lieber von "transgenerationaler Arbeit" gesprochen wird.
Der Begriff "Ahnenarbeit" wird oft mit schamanischen und spirituellen Praktiken in Verbindung gebracht, weshalb im therapeutisch-beraterischen Kontext lieber von "transgenerationaler Arbeit" gesprochen wird.

Vor Kurzem hatte ich eine Vorbesprechung für eine Podiumsdiskussion zum Thema „Transgenerationale Arbeit in der Beratung“ beim LSB-Summit 2026, einer kostenfreie online Veranstaltung für psychosoziale Berater:innen. Im Gespräch mit der Moderatorin und Veranstalterin Elena Scherschneva tauchte unter anderem die Frage auf, ob Ahnenarbeit nicht oft als esoterisch eingeordnet würde und wie unsere Haltung dazu wäre.


Eine berechtigte Frage. Und eine, die mich seitdem beschäftigt. Besonders, weil der Begriff "esoterisch" in unserem Sprachgebrauch heute eine negative Wertung beinhaltet.


Was bedeutet „esoterisch“ eigentlich?


Als Wissenschaftlerin (ich habe fünf Jahre an der WU Wien geforscht und gelehrt), aber auch als Systemikerin, ist mir die Bedeutung von Worten sehr wichtig. Denn viele Missverständnisse entstehen dadurch, dass wir dieselben Begriffe verwenden, aber ganz unterschiedliche Dinge damit verbinden.


Das Wort „esoterisch“ stammt aus dem Griechischen (esōterikós, eigentlich = innerlich) und bedeutet gemäß Duden „nur für Eingeweihte einsichtig, zugänglich".


Heute verstehen wir darunter meist spirituelle Lehren und Praktiken, die sich auf verborgenes Wissen, unsichtbare Energien oder übernatürliche Kräfte berufen. Eine allgemein gültige Definition des Wortes "esoterisch" gibt es weder im wissenschaftlichen, noch im im populären Sprachgebrauch, sagt Wikipedia. Im ersteren Bereich gibt es unterschiedliche Ansätze im Bereich der Religions und Geschichtswissenschaften.


Im alltäglichen Sprachgebrauch hat der Begriff jedoch häufig einen abwertenden Beigeschmack. Was als esoterisch bezeichnet wird, gilt schnell als unseriös, irrational (eines der Synonyme für "esoterisch" laut Duden) oder schlicht als Humbug.


Das ist insofern problematisch, weil nicht alles, was wissenschaftlich noch nicht genau erklärt werden kann, automatisch schlecht oder unwirksam ist. Es gibt Erfahrungswissen, die Kraft des Glaubens und der Vorstellung, die besonders gut im Rahmen des Placebo-Effektes untersucht sind und schlichtweg Dinge, die wir mit den Methoden, die wir heute haben, noch nicht oder nie untersuchen werden können.


Denn: die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse sind, wie es einer meiner Dozenten im psychotherapeutischen Propädeutikum einmal formuliert hat, lediglich der aktuelle Stand des Unwissens.


Wenn ich also im Folgenden Methoden als "esoterisch" bezeichne, dann gehe ich deshalb vor allem zurück auf die ursprüngliche Bedeutung, nämlich, dass nur ein bestimmter Kreis Zugang zu bestimmtem Wissen oder Wahrnehmungen hat (also z.B. ein Medium oder ein Schamane) und man die Methode nicht einfach selbst erleben und anwenden kann.


Für mich selbst habe ich einmal definiert, dass ich gerne eine Brücke sein möchte zwischen alten (überlieferten) und neuen (wissenschaftsbasierten) Wegen. Sozusagen das Beste aus den beiden Welten, mit der auch eine Brücke zwischen Körper, Geist und Seele geschlagen werden kann.


Denn ich denke, dass wir etwas Wesentliches übersehen, wenn wir alles, was wir wissenschaftlich (noch) nicht genau erklären und einordnen können, vorschnell als Esoterik abtun oder als unseriös ablehnen.


Altes Wissen, moderne Wissenschaft und die Verbindung zu unseren Ahnen


Einen ähnlichen Ansatz vertritt das Buch „Weltwissen Heilung – 100 Tipps aus 5.000 Jahren Medizingeschichte“ von Johannes Huber und Yasmina Kobza. Die beiden beschäftigen sich darin mit überliefertem Heilwissen aus unterschiedlichen Kulturen und der Frage, welche dieser alten Erkenntnisse sich heute wissenschaftlich nachvollziehen lassen und für uns im Alltag von Nutzen sein können.


Auch die Verbundenheit mit den Ahnen wird in diesem Buch als eigener Aspekt aufgegriffen, der das psychische Wohlbefinden und die Gesundheit sehr positiv beeinflusst, wie auch die moderne Psychologie erkannt hat.


Im Rahmen von Trauerbegleitung ist es heute üblich, die Verbindung zum Verstorbenen zu erhalten, anstatt den Trauernden zu vermitteln, sie müssten "endlich loslassen". Das Konzept der Continuing Bonds beschreibt, dass Menschen nach dem Tod eines Angehörigen eine innere, emotionale oder symbolische Beziehung zu dieser Person aufrechterhalten können. Dafür ist kein tatsächlicher Kontakt mit der verstorbenen Person erforderlich.


Eine Verbindung zu unseren Ahnen zu pflegen, indem wir Geschichten erinnern und weitergeben innerhalb der Familie, indem wir Gräber besuchen, Kerzen anzünden, Gerichte kochen, die bereits unsere Vorfahren gegessen haben, Traditionen und Bräuche aufleben lassen, bestimmte Musik hören bzw. selbst musizieren und vieles mehr - all das kann schon als Teil von Ahnenarbeit angesehen werden. Denn Ahnenarbeit bedeutet nicht nur, sich dem Trauma und dem Leid vergangener Generationen zuzuwenden.


Was ist denn nun eigentlich Ahnenarbeit?


Auch dieser Begriff bedarf zunächst einer Definition. Wenn wir von Ahnenarbeit sprechen, meinen wir nicht zwangsläufig alle dasselbe.


Der Begriff kann sowohl im psychologischen und therapeutisch-beraterischen als auch im spirituellen Kontext verwendet werden. Und obwohl sich beide Zugänge mit unseren Vorfahren und deren Bedeutung für unser heutiges Leben beschäftigen, unterscheiden sie sich in ihren Grundannahmen.


Ahnenarbeit aus psychologischer bzw. therapeutisch-beraterischer Sicht


Im psychologischen Kontext geht es bei der Ahnenarbeit vor allem darum, zu verstehen, wie Erfahrungen, Beziehungsmuster, Überzeugungen und auch unverarbeitete Belastungen früherer Generationen unser eigenes Leben heute beeinflussen.


Dabei müssen wir unsere Vorfahren nicht persönlich gekannt haben. Familiäre Prägungen können über Erziehung, Bindungserfahrungen, Verhaltensweisen, unausgesprochene Regeln und gesellschaftliche Lebensbedingungen weitergegeben werden.


In der Psychotherapie und psychosozialen Beratung wird dafür häufig der Begriff transgenerationale Arbeit verwendet, da es um Muster geht, die über mehrere Generationen hinweg weitergegeben werden.


Der Begriff "Ahnen" wird in diesem Kontext, wie eingangs bereits erwähnt, eher nicht verwendet, da er oftmals spirituell konnotiert ist. Das ist, meiner Ansicht nach, schade, da sich unter dem Begriff der Ahnenarbeit die meisten Menschen etwas vorstellen können, während transgenerationale Arbeit sehr abstrakt klingt.


Zu den Methoden, die zur Bearbeitung von generationenübergreifenden Themen genutzt werden, gehören beispielsweise die Genogrammarbeit, systemische Familienaufstellungen und Familienskulpturen, psychodramatische Verfahren sowie die Biografiearbeit, sofern sie auch die Lebensgeschichten und Erfahrungen früherer Generationen einbezieht.


Auch imaginative Verfahren können zur Bearbeitung familiärer und transgenerationaler Themen eingesetzt werden. Sie ermöglichen es, mit inneren Bildern, symbolischen Begegnungen und unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen zu arbeiten.


So kann beispielsweise eine imaginäre Begegnung mit einer verstorbenen Großmutter helfen, Gefühle auszudrücken, eine Beziehung innerlich neu zu erleben oder übernommene Überzeugungen zu hinterfragen.


Ziel ist es, familiäre Zusammenhänge besser zu verstehen, unbewusste Muster zu erkennen, Ressourcen zu identifizieren und neue Möglichkeiten im Denken, Fühlen und Handeln zu entwickeln. Dabei kann es nicht nur zu neuen Erkenntnissen, sondern auch zu tiefgreifenden inneren Veränderungen kommen.


Für diesen Zugang ist keine spirituelle Überzeugung notwendig und auch kein Glaube an bestimmte Methoden. Die Arbeit beschäftigt sich mit unserer persönlichen und familiären Geschichte und damit, welche Bedeutung diese für unser heutiges Erleben hat.


Die Methoden bzw. Elemente davon sind wissenschaftlich untersucht und zeigen eine gewisse nachweisbare Wirksamkeit (z.B. Externalisierung, Perspektivwechsel, Verkörperung). Die Wirkmechanismen selbst sind aber nicht immer gänzlich geklärt (z.B. im Falle der Aufstellungsarbeit).


Ahnenarbeit aus spiritueller Sicht


In vielen Kulturen hat die bewusste Verbindung zu den Ahnen eine lange Tradition. Die Vorfahren werden nicht nur als Teil der Familiengeschichte betrachtet, sondern auch als Quelle von Weisheit, Kraft, Schutz oder Zugehörigkeit.


In manchen spirituellen Traditionen wird davon ausgegangen, dass die Ahnen auf einer anderen Ebene weiterexistieren und mit den Lebenden in Verbindung stehen. Ahnenarbeit kann hier bedeuten, die Vorfahren zu ehren, sich bewusst mit ihnen verbunden zu fühlen, ihre Unterstützung zu erbitten oder auch sich mit Belastungen und Ressourcen der eigenen Ahnenlinie auseinanderzusetzen.


Dafür werden beispielsweise Rituale, Meditationen, schamanische Reisen, symbolische Handlungen oder Ahnenaltäre genutzt.


Solche Rituale haben teilweise auch in unserem Kulturkreis überlebt. In meiner Familie werden z.B. zu Weihnachten Kerzen "für die Ahnen" ins Fenster gestellt. Ein norddeutscher Freund von uns gießt ganz selbstverständlich einen kleinen Schluck Bier auf den Boden (im Freien), bevor er trinkt - für die Ahnen. Und gerade jetzt zu Halloween gibt es zahlreiche Ahnenbräuche (lies dazu gerne meinen Blogbeitrag über Halloween), manche von ihnen werden auch ganz bewusst wiederbelebt.


Das zeigt schon: nicht jede spirituelle Ahnenarbeit beinhaltet automatisch den Glauben an eine tatsächliche Kommunikation mit Verstorbenen oder an übernatürliche Kräfte. Manchmal steht einfach das bewusste Erleben von Verbundenheit im Mittelpunkt: das Gefühl, Teil einer langen Geschichte zu sein, die nicht erst mit unserer eigenen Geburt begonnen hat.


Generell ist spirituelle Ahnenarbeit jedoch schon häufig in ein bestimmtes spirituelles oder religiöses Weltbild eingebettet.


Wo sich beide Zugänge begegnen


Auf den ersten Blick wirken diese beiden Formen der Ahnenarbeit sehr unterschiedlich. Tatsächlich gibt es aber auch Überschneidungen.


Eine Meditation, in der ich mir eine Begegnung mit meiner Großmutter vorstelle, kann beispielsweise aus psychologischer Sicht eine Imagination sein. Ich arbeite dabei mit inneren Bildern, Erinnerungen, Gefühlen und symbolischen Bedeutungen. Aus spiritueller Sicht kann dieselbe Erfahrung als tatsächliche Verbindung mit einer verstorbenen Vorfahrin erlebt werden.


Das äußere Geschehen kann dasselbe sein. Unterschiedlich ist, wie wir es verstehen und welche Bedeutung wir ihm geben.


Ähnliches gilt für Rituale. Eine Kerze für eine verstorbene Person anzuzünden, kann Ausdruck eines spirituellen Glaubens sein. Es kann aber auch eine symbolische Handlung sein, die uns hilft, Trauer auszudrücken, Dankbarkeit zu empfinden oder innerlich Abschied zu nehmen.


Und genau hier kommen wir wieder zu der Frage, ob und unter welchen Umständen Ahnenarbeit esoterisch ist.


Wann wird Ahnenarbeit für mich persönlich esoterisch bzw. unseriös?


Für mich verläuft die Grenze dort, wo ich etwas glauben muss, damit eine Methode funktionieren soll. Oder wo jemand behauptet, Zugang zu einer Wirklichkeit zu haben, die mir selbst nicht zugänglich ist und deren Aussagen ich nicht überprüfen kann. Da werde ich kritisch.


Wenn mir beispielsweise jemand erklärt, er könne als Medium Kontakt zu meinen verstorbenen Vorfahren aufnehmen und mir deren Botschaften übermitteln, dann bewegen wir uns für mein Verständnis im Bereich der Esoterik in der Bedeutung von "für einen inneren Kreis bestimmt", weil ich selbst als Kunde nur beschränkt überprüfen kann, was das Medium wahrnimmt. Gefragte Medien haben deshalb bestimmte Prozesse, die auf eine gewisse Überprüfbarkeit abzielen.


Dasselbe gilt, wenn behauptet wird, bestimmte Probleme seien auf energetische Blockaden meiner Ahnenlinie zurückzuführen, die nur durch spezielle Rituale oder durch die Fähigkeiten einer eingeweihten Person gelöst werden könnten. Hier sind wir z.B. im Bereich des Schamanismus, wenn ein Schamane oder eine Schamanin für jemand anderen das Problem in der Ahnenlinie identifiziert und für diese Person "in der geistigen Welt" löst. Manchmal gibt es dann noch Verschreibungen, was diese Person tun muss, um das Thema endgültig zu einem Ende zu bringen (z.B. ein Geschenk an eine Person zurückgeben, Asche vergraben, etc.).


Ich möchte betonen, dass ich die Arbeit dieser Menschen respektiere. Viele Menschen machen gute Erfahrungen mit Medien und Schaman:innen. Aber wenn ich das Wort "esoterisch" benutzen würde, dann in diesem Kontext.


Besonders vorsichtig werde ich jedoch, wenn Heilsversprechen abgeben werden und wenn diese "Heilung" nur durch die besonderen Fähigkeiten des "Heilers" erreicht werden können. Hier betreten wir einen Bereich, in dem Abhängigkeiten entstehen können und die Vulnerabilität von Menschen in Not ausgenützt wird. Solche Angebote empfinde ich im besten Fall als unseriös und im schlechtesten Fall als gefährlich oder kriminell (lies dazu gerne auch meinen Blogbeitrag zu Schamanismus, in dem es auch um einen Betrugsfall geht).


Meine persönliche Haltung: Selbstermächtigung fördern


Für mich stellt sich generell bei der Arbeit in der Beratung und Therapie, aber auch in energetischen Settings eine wichtige Frage:

Werde ich durch diese Arbeit selbstbestimmter – oder wird mir vermittelt, dass jemand anderes besser als ich weiß, was in mir oder meiner Familiengeschichte wirkt und was ich brauche?


Wenn ich den ersten Teil der Frage nicht mit JA beantworten kann, dann bin ich persönlich zurückhaltend. Auch wenn das z.B. innerhalb einer wissenschaftlich anerkannten Therapie oder Beratung passiert. Natürlich können Berater:innen und Therapeut:innen Vorschläge machen und unterstützend wirken.


Die Deutungshoheit sollte aber bei dem Menschen bleiben, der den Prozess erlebt.


Das ist eine zutiefst systemische Haltung, dass Klient:innen die Expert:innen für ihr Leben sind und nicht die Berater:innen.


Noch schwieriger wird das mit der Selbstermächtigung bei den Angeboten, die ich oben in meinem Sprachgebrauch als esoterisch eingeordnet habe. Wenn also jemand etwas für mich sieht, wahrnimmt oder löst, ohne dass ich selbst weiß, was da genau passiert.


Das heißt nicht, um jetzt mal eine Analogie zu bemühen, dass ich nicht immer wieder mal eine Massage buche. Allerdings erwarte ich nicht, dass die Massage meine Haltungsprobleme verändert. Ähnlich verhält es sich für mich mit Angeboten, bei denen ich lediglich "empfange".


Die Aufgabe einer professionellen psychosozialen Begleitung besteht für mich darin, einen sicheren Rahmen zu schaffen, Fragen zu stellen, Wahrnehmungen zu reflektieren und Menschen dabei zu unterstützen, ihre eigenen Antworten zu finden.


Dazu gehört auch, keine vermeintlichen Gewissheiten über unbekannte Familienereignisse zu erzeugen (was z.B. bei Aufstellungen auch in therapeutischen Settings in der Vergangenheit immer wieder passiert ist und weshalb diese Methode, obwohl sehr mächtig, auch häufig kritisiert wird - siehe auch meinen Blogbeitrag zum Thema Aufstellungen) und die Grenzen der jeweiligen Methode zu respektieren. Denn gerade wenn wir uns mit belastenden Familiengeschichten beschäftigen, tragen wir als Begleiter eine große Verantwortung.


Ich möchte Menschen nicht davon überzeugen, dass sie bestimmte Belastungen aus ihrer Ahnenlinie übernommen haben. Ich möchte sie dabei unterstützen, selbst herauszufinden, welche familiären Prägungen für ihr heutiges Leben bedeutsam sind – und welche sie vielleicht hinter sich lassen möchten.


Außerdem möchte ich sie in Verbindung bringen mit all den Ressourcen, die unsere Ahnen auch mitbringen und die uns in unserem eigenen Leben unterstützen können. Und wenn dabei eine spirituelle Erfahrung entsteht, darf auch diese ihren Platz haben. Solange sie nicht zur Voraussetzung gemacht wird.


Die ECHO®-Methode: Wo Wissenschaft und Spiritualität einander begegnen


Ein Beispiel für einen solchen offenen Zugang ist für mich die von Kaja Andrea Otto entwickelte ECHO®-Methode, mit der ich in meiner Beratung arbeite.

Kaja Andrea beschreibt ihren Ansatz mit den Worten „Where Science Meets Soul“.


Damit bringt sie etwas zum Ausdruck, das auch meiner eigenen Haltung sehr nahekommt: Wissenschaftliche Erkenntnisse und spirituelle Erfahrungen müssen nicht zwangsläufig in Konkurrenz zueinander stehen. So wie ich das auch für mich gerne in Anspruch nehme, wenn ich sage, dass ich eine Brücke zwischen alten und neuen Wegen schlagen möchte, bringt auch Kaja Andrea Otto zwei Welten zusammen.


Die ECHO®-Methode beschäftigt sich mit familiären und transgenerationalen Prägungen und verbindet dabei unterschiedliche Zugänge. Sie arbeitet unter anderem mit Elementen der Externalisierung, der Imagination und der Arbeit mit inneren Anteilen. Auch körperliche Empfindungen werden bewusst in den Prozess einbezogen.


Kaja Andrea betont dabei besonders den strukturierten Ablauf und die körperorientierte Arbeit. Es geht nicht nur darum, über ein Thema nachzudenken, sondern es auf unterschiedlichen Ebenen zu erfahren und zu bearbeiten.


Gleichzeitig fließen in ihren Ansatz Erfahrungen und Vorstellungen aus der spirituellen Ahnenarbeit ein. Was mir daran gefällt, ist die Verbindung dieser Welten.


Während eines ECHO®-Prozesses können innere Bilder von Vorfahren auftauchen. Vielleicht erlebe ich eine Vorfahrin, die ich persönlich nie kennengelernt habe. Vielleicht entsteht das Bild einer Frau, die für mich stellvertretend für mehrere Generationen steht.


Ich kann dieses Bild als tatsächliche spirituelle Begegnung verstehen.

Ich kann es aber ebenso als Symbol meiner inneren Welt betrachten.

Für die Auseinandersetzung mit dem Bild muss ich nicht wissen, welche Erklärung die richtige ist.


Und vor allem: Ich muss nichts Bestimmtes glauben, um die Methode anzuwenden. Ich muss mich einzig und allein auf den Prozess einlassen - egal ob ich ihn als Imagination oder als tatsächliche Verbindung mit meinen Ahnen verstehe.


Mein Fazit


Ich bin der Meinung, wir müssen uns nicht zwischen Wissenschaft und Spiritualität entscheiden. Als psychosoziale Berater:innen müssen wir aber den Raum schaffen, dass beide Möglichkeiten in der Beratung Platz haben können, ohne dass unsere eigenen Überzeugungen im Vordergrund sind.


Außerdem ist die entscheidende Frage für mich gar nicht so sehr, ob eine Methode wissenschaftsbasiert oder aus einer spirituellen Tradition kommt. Sondern ob sie Menschen in ihrer Selbstbestimmung stärkt, ihre Erfahrungen respektiert und verantwortungsvoll mit den Grenzen des Wissens über die umgeht.


Die eigenen Wurzeln entdecken – eine Einladung


Vielleicht hast du beim Lesen begonnen, über deine eigene Familiengeschichte nachzudenken. Über die Menschen, die vor dir gelebt haben. Über das, was sie erlebt, getragen und vielleicht auch an dich weitergegeben haben. Und über die Frage, welche Kraft und welche Ressourcen in deinen Wurzeln liegen könnten.


Genau darum geht es auch in meinem Online-Frauenkreis und Workshop „Mit meinen Wurzeln verbunden“ am 28. November 2026.


Wir nehmen uns bewusst Zeit, um die Verbindung zu unseren Vorfahrinnen und unserer eigenen Geschichte zu erkunden. Mit angeleiteten Meditationen, Ritualen, Impulsen zur Selbstreflexion und dem Austausch in einem geschützten Frauenkreis.


Dabei geht es nicht darum, an etwas Bestimmtes glauben zu müssen oder Antworten von außen zu bekommen. Vielmehr möchte ich einen Raum öffnen, in dem du deine eigenen Erfahrungen machen und ihnen deine ganz persönliche Bedeutung geben kannst.


Du darfst diesen Zugang spirituell erleben oder einfach neugierig darauf sein, was die Beschäftigung mit deinen Wurzeln in dir bewegt. Beides hat Platz.


Denn manchmal beginnt Veränderung damit, dass wir uns bewusst machen, woher wir kommen – und entdecken, was wir davon mitnehmen und was wir hinter uns lassen möchten.


Wenn dich dieser Zugang anspricht, freue ich mich, dich im Frauenkreis willkommen zu heißen. Lies gerne auch meinen Q&A Blogbeitrag zum Kreis.


Mit meinen Wurzeln verbunden
€89.00
28. November 2026, 14:00–18:00 UhrOnline Frauenkreis & Workshop
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